«Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung»

Sie galt als österreichische Medaillenhoffnung im Stabhochsprung. Dann brach sie sich im Training den fünften Halswirbel. Seither ist Kira Grünberg im Rollstuhl. Das hält Sie aber nicht davon ab, für Selbstbestimmung zu kämpfen. Für sich und für Menschen mit Behinderung.

Am 30. Juli 2015 änderte sich das Leben von Kira Grünberg auf einen Schlag. Bei einem Trainingssprung landete sie aus vier Metern Höhe statt auf der Matte im Einstichkasten. Sofort wird sie ins Spital gebracht und zwei Stunden lang operiert. Dann die Diagnose: Querschnittslähmung. Seither sitzt Kira Grünberg im Rollstuhl.

Doch die Österreicherin fiel nicht in ein Loch. Vielmehr nahm sie ihr Schicksal an und schaute nach vorne. «Am Anfang kostete es mich schon viel Überwindung, immer um Hilfe zu bitten. Das ist unangenehm, weil ich wirklich nicht viel selber machen konnte», sagt die 25-Jährige. Auch heute braucht sie noch viel Hilfe, dennoch fühlt sie sich Selbstbestimmt. «Selbstbestimmung bedeutet für mich, dass ich bestimmen kann, was mit mir passiert und was mit mir gemacht wird.»

Nach dem Unfall war für Kira Grünberg auch klar, dass sie sich für Menschen mit Behinderung einsetzen will. Sie ist politisch aktiv geworden und ist mittlerweile Abgeordnete im österreichischen Nationalrat. In ihrer Antrittsrede 2017 sagte sie damals: «Menschen mit Behinderung müssen eine faire Chance bekommen, ihre Fähigkeiten auch wirklich zeigen zu können. Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.» Dafür setzt sich Kira Grünberg ein.